Ausgangslage
Ein Wiener Betrieb hatte über Jahre eine IT-Umgebung angesammelt, die von mehreren Personen nacheinander betreut worden war – ohne durchgehende Dokumentation. Als wir übernahmen, lautete die ehrliche Bestandsaufnahme: Niemand konnte mehr verlässlich sagen, welche Geräte überhaupt im Netzwerk hängen, wozu sie dienen und wer Zugriff hat. Geräte liefen und verbrauchten Strom, ohne dass ihre Funktion bekannt war. Für viele Systeme fehlten schlicht die Zugangsdaten.
Eine Umgebung in diesem Zustand ist nicht nur unbequem – sie ist ein Risiko: Jeder kleine Handgriff kostet Stunden, und im Ernstfall (Ausfall, Einbruch, Datenverlust) fehlt die Grundlage, um überhaupt handeln zu können.
Was wir vorfanden
Ohne ins Detail zu gehen, lässt sich der Zustand so zusammenfassen:
- Unbekannter Gerätebestand. Mehr Geräte und Netzwerk-Komponenten als nötig, teils ohne erkennbare Funktion, teils ohne dokumentierte Zugänge.
- Fehlende Zugangsdaten. Für zahlreiche Systeme – inklusive sicherheitsrelevanter Komponenten – waren keine oder veraltete Passwörter hinterlegt.
- Ungeklärte Datenschutz-Lage. Bei der Videoüberwachung war unklar, ob, was und wie lange aufgezeichnet wird und wer Zugriff hat – ein offenes Datenschutz-Thema.
- Fehlende Ausfallsicherung. Backups waren teils gar nicht vorhanden oder in einem Zustand, auf den man sich im Ernstfall nicht hätte verlassen können.
- Gewachsener Wildwuchs in der Verkabelung, der jede Wartung zur Sucharbeit machte.
Vorgehen
- Vollständige Bestandsaufnahme zuerst. Bevor irgendetwas verändert wird, verschaffen wir uns einen lückenlosen, dokumentierten Überblick: Welche Geräte existieren, was tun sie, wer braucht sie, wo bestehen Risiken. Aus „gefühltem Chaos" wird eine belastbare Landkarte.
- Zugänge zurückerobern und zentral, sicher verwalten. Schritt für Schritt werden Zugangsdaten wiederhergestellt, erneuert und an einem geschützten Ort konsolidiert – Schluss mit verstreutem Herrschaftswissen.
- Verschlanken statt vermehren. Was keine Funktion hat, wird abgeschaltet; Überflüssiges entfernt. Weniger Geräte bedeuten weniger Angriffsfläche, weniger Stromkosten und eine Umgebung, die man tatsächlich überblicken kann.
- Datenschutz und Ausfallsicherung auf saubere Füße stellen – inklusive der Frage, was die Videoüberwachung rechtlich darf und wie verlässliche Backups aussehen.
- Alles dokumentiert. Am Ende steht nicht nur eine aufgeräumte Umgebung, sondern eine, die nachvollziehbar bleibt – auch für die, die nach uns kommen.
Über die Technik hinaus
Eine IT-Landschaft ist nur so gut wie die Organisation, die sie trägt. Deshalb endet unsere Arbeit nicht beim Netzwerk:
- Interne Softwareentwicklung modernisiert. Wir bringen die hauseigene Software-Entwicklung auf einen aktuellen, wartbaren Stand – damit das Team nachhaltig und zukunftssicher arbeiten kann, statt sich mit Altlasten aufzuhalten.
- Lehrlinge begleitet. Wir nehmen uns Zeit für die Ausbildung: Die Lehrlinge des Betriebs werden fachlich angeleitet und wachsen an echten Aufgaben – Wissen, das im Haus bleibt.
- Externe Kostenfallen abgestellt. Über die Jahre angesammelte, überflüssige externe Verträge und Dienstleistungen werden identifiziert und konsequent beendet. Das senkt die laufenden Kosten spürbar – oft mehr, als die Sanierung selbst kostet.
Zwischenstand (Projekt läuft)
Das Projekt ist weit fortgeschritten. Aus der undurchschaubaren Ausgangslage ist eine dokumentierte, überschaubare Umgebung geworden: Die Geräte sind bekannt, die Zugänge zentral und sicher verwaltet. Statt gewachsenem Altbestand setzen wir Schritt für Schritt auf eine moderne, wartbare Basis – Virtualisierung mit Proxmox, containerisierte Dienste mit Docker, ein Mesh-VPN für sicheren Fernzugriff und eine zentrale, verschlüsselte Passwortverwaltung. Die letzten Altsysteme werden derzeit abgelöst und die Dokumentation finalisiert.
Schon jetzt gilt: Aus „jeder Handgriff dauert Stunden" ist „Änderungen in Minuten" geworden – auf einer Grundlage, die auch in einigen Jahren noch verstanden und gewartet werden kann.
Das Muster dahinter: Den größten Wert schaffen wir nicht mit neuer Technik um ihrer selbst willen, sondern mit Klarheit – und dann mit einer modernen, offenen Basis statt verbautem Altbestand. Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist dabei oft der wichtigste erste Schritt – und ein in sich abgeschlossenes Angebot, das sich sofort auszahlt.